Lerntheorien im gesellschaftlichen Wandel

Kurze Zusammenfassung. Siehe dazu die umfangreichen und aussagekräftigen Materialien, die über nachstehende Links zugänglich sind.

Mit dem rasanten gesellschaftlichen Wandel, der seit etwa 200 Jahren in unserer westlichen Welt stattfindet sind auch gravierende Paradigmenwechsel in der Erziehungswissenschaft verknüpft. Der gesellschaftliche Wandel wird mit wachsender Differenzierung, Modernisierung einschließlich Postmoderne und Individualisierung beschrieben. Davon beeinflusst entstehen in Psychologie und Erziehungswissenschaften Lerntheorien. Der Behaviorismus geht davon aus, dass menschliches Verhalten mit den Methoden der Naturwissenschaft untersucht werden kann und dadurch erklärbar wird. Lernen wird vor allem als Verhaltensänderung durch antrainierte Reiz-Reaktion-Schemata verstanden, wobei verschiedene Formen der Konditionierung(operant, klassisch, instrumental) unterschieden werden. Diese Erkenntnisse wurden und werden beim klassischen Lehr-Vortrag,  im fragend-entwickelten Unterrichtsgespräch und bei programmierten Lernformen umgesetzt.

In en 60ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand in der strikten Ablehnung vieler tradierter Erkenntnisse auch eine deutliche Abgrenzung zu den behavioristischen Lerntheorien.  Die innerpsychischen Vorgänge wie Wahrnehmung, Erkennen, Begreifen, Beurteilen und die Fähigkeit Schlüsse zu ziehen werden zur Kognition in der Lerntheorie Kognitivismus zusammengefasst. Lernen wird als Informationsverarbeitungsprozess definiert, den jeder Mensch selbst steuert durch seine individuelle  Wahrnehmung von Reizen und aktive Auseinandersetzung mit seiner Umwelt . Durch handlungsorientiertes Bearbeiten entsprechender Lernarrangements wird nachhaltiger Kompetenz- und Wissenserwerb möglich. Dadurch wird auch die Rolle des Lehrenden neu definiert. Der „altbewährte“ Dreischritt: Vormachen- Nachmachen-Einüben hat ausgedient.

Im Konstruktivismus steht das Selbst der Lernenden im Mittelpunkt. Sie entwickeln beim Lernen neues Wissen auf der Basis des bereits vorhandenen.  Diese individuellen Prozesse werden durch reichhaltige, multimodale, variierende und kommunikationsorientierte Lernumgebungen angeregt. Subjektive Erfahrungsbereiche werden aktiviert und beim Bearbeiten der neu entstehenden „Rätsel“ weitergeführt. Dies kann bei  „offenen“ Lernformen wie Projekt-, und Wochenplanarbeit und bei  fächerübergreifenden Themenstellungen erfolgen. Divergente, variable Fragestellungen mit immer wieder neuen Zugangsformen ermöglichen solche Lernprozesse auch in klassischen Unterrichts- und Lernumgebungen mit begrenzter medialer Ausstattung. Das Grundprinzip dieser Lerntheorie formulierte bereits im 13. Jahrhundert der Theologe und Philosoph Meister Eckhart:              „Wenn die Seele etwas erfahren möchte, dann wirft sie ein Bild der Erfahrung vor sich nach außen und tritt in ihr eigenes Bild hinein“

Vor allem durch George Siemens, einem kanadischen Lerntheoretiker und Leiter des „Learning Technologies Centre“ an der University of Manitoba in Kanada wurde der Konnektivismus als aktuelle Lerntheorie formuliert. Sie bezieht auch die Vernetzung und Flexibilität unseres in den letzten Jahrzehnten völlig neu entstandenen Lebensumfelds mit ein. Lernen findet in Netzwerken statt, die in virtuellen und realistischen Räumen entstehen und den Synapsenverzweigungen in unseren Gehirnen entsprechen. Ob der Konnektivismus eine neue Lerntheorie  ist oder eine Weiterentwicklung der bestehenden, bleibt der akademischen und wissenschaftlichen Diskussion überlassen.

http://www.universal_lexikon.deacademic.com/

http://www.lernpsychologie.net/lerntheorien/

https://www-user.tu-chemnitz.de/~mafran/wasistlernen.html

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/

http://www.lernpsychologie.net/lerntheorien/konstruktivismus

https://netzwerklernen.wikispaces.com/Was+ist+eigentlich+Konnektivismus%3F+Definitionen,+Erl%C3%A4uterungen,+Vor-+und+Nachteile